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Willkommen!

„Was lange währt...“                        November 2007

Liebe Grenzsteinfreunde!

Wer regelmäßig meine Website besucht(e), mag sich vielleicht schon gewundert haben, dass für lange Zeit nichts „passiert“ ist. Meine Experten-Freunde hatten mich überzeugt, die Site etwas umzukrempeln, sprich zu „modernisieren“. Das hat aus vielerlei Gründen länger gedauert als ursprünglich angedacht.

Das „Forum“ haben wir nunmehr abgeschafft; Neuigkeiten werden grundsätzlich in der Rubrik „Aktuell“ angezeigt. Dies betrifft auch neue Beiträge für die Rubrik „Info-Galerie“, in der ja bis Ende 2005 monatlich über interessante Grenzsteinthemen mit entsprechenden Abbildungen berichtet wurde. Zukünftig werden Galerie-Beiträge dann vorgestellt, wenn auch brauchbares und lohnenswertes Material vorhanden ist. Bislang stand ich immer unter Druck, jeden Monat etwas präsentieren zu müssen. Die meisten der „Alteinträge“ habe ich nochmals durchgesehen, gegebenenfalls überarbeitet und mit einer thematischen Überschrift versehen.

Die Rubrik „Bibliografie“ wird kontinuierlich weiter geführt, sofern neue bzw. bis dato unbekannte Artikel und Monographien „auftauchen“. Nach wie vor gilt, dass ich für alle Hinweise sowie Anregungen rund um das Thema „Historische Grenzsteine“ dankbar bin.

Ich hoffe, dass der „Umbau“ der Site nunmehr (bis auf Weiteres) als abgeschlossen betrachtet werden kann.
Also, viel Spaß beim „Stöbern“!

Was Sie auf dieser Website erwartet, wie sie zustande kam und welche Intentionen sie hat, können Sie aus dem an sich bis heute gültigen ersten Willkommenstext vom Dezember 2003 entnehmen.

Willkommen bei „Alte-Grenzsteine.de“!           

Ich vermute mal, Sie hat eine ähnliche Leidenschaft für diese „stummen Zeitzeugen aus Stein“ gepackt wie mich.

Meiner damals vierjährige Tochter Yasmina habe ich dieses merkwürdige Interesse letztlich zu verdanken. Im Frühjahr 1994 spazierten wir beide querfeldein über (uns bis dato unbekannte) Fluren unseres Dorfes Eschringen (inzwischen ein Stadtteil von Saarbrücken) und stießen auf einen merkwürdigen Granitstein, der sich uns gewissermaßen in den Weg stellte. Erwartungsgemäß stellte meine Tochter die „klassische“ Frage: „Papa, was ist das?“. Die Initialen auf diesem Stein (KB und KP) sowie eine Jahreszahl (1912) mussten eine Bedeutung haben. In Eschringen spricht man bisweilen noch von der „bayerischen Zeit“, wogegen man in Saarbrücken immer wieder mit (baulichen) Zeugnissen aus „preußischer Zeit“ konfrontiert wird. Ich mutmaßte, dass dieser Stein etwas mit einer Grenze zu tun haben müsste und wollte schließlich Genaueres erfahren...
So fing alles an! Wenige Monate zuvor hatte sich im Ort eine „Geschichtswerkstatt“ gegründet, und in der Tat wurde ich dort fündig. Ein einheimischer Kenner klärte mich auf und bestätigte meine Vermutung, dass die alte Banngrenze zum Nachbardorf Fechingen von 1816 bis 1918 das „Königreich Bayern“ (KB) vom „Königreich Preußen“ (KP) schied. Und er verriet mir, dass es (logischerweise) noch mehrere und ältere und vor allem „schönere“ Grenzsteine in und um Eschringen gäbe. In der Folgezeit trafen wir uns noch einige Male, um diese oft versteckten Grenzsteine zu suchen. Letztlich reifte in uns der Gedanke, möglichst alle Bannsteine aufzuspüren und die entsprechenden Ergebnisse zu dokumentieren. Es fanden sich noch weitere Mitstreiter, und auch die ansässige Grundschule wurde in dieses Projekt eingebunden. 1997 schließlich konnten wir in einer Ausgabe der „Eschringer Hefte“, der Schriftenreihe der Geschichtswerkstatt, unsere Recherchen und Beiträge veröffentlichen.
Das bei mir entfachte „Grenzsteinfieber“ ließ aber nicht nach, dehnte sich nunmehr über die lokalen und auch regionalen Grenzen aus. Bei Urlaubsreisen, bei Fahrten zu entfernt lebenden Freunden und Familienangehörigen lauerte ich auf Gelegenheiten, mir mal „die Beine vertreten“ zu können, was ich dann hin und wieder nutzte, um „vor Ort“ alte Grenzsteine zu suchen.
Dank meines Berufes (ich leite die Bibliothek des Saarländischen Rundfunks) konnte ich mir relativ mühelos weiterführende Literatur und Kartenmaterial beschaffen, wobei mir auffiel, dass es zahllose und sehr fundierte Veröffentlichungen zum Thema „Historische Grenzsteine“ gibt, diese jedoch selten über den lokalen und regionalen Rahmen hinaus gehen. Diese Feststellung bewog mich, nicht nur Material zu allen möglichen Aspekten der Grenzsteingeschichte zu sammeln, sondern diese Erkenntnisse auch zusammenzuführen und letztlich zu veröffentlichen.
Zwischen den Jahren 2001 und 2003 habe ich meine Kenntnisse über historische Grenzen und Grenzsteine in einem Buch zusammengefasst, das zum Jahreswechsel 2003/2004 erschienen ist (link setzen zur Buchvorstellung)

Sinn und Zweck der Website

Meine Website verstehe ich als Beitrag zur praktischen Erforschung, Sicherung und Pflege von Flur- und Kleindenkmalen, wozu eben Grenzsteine in der Sparte der Rechtsdenkmäler gehören. Ich möchte mich gerne mit anderen Interessierten austauschen, mit der Website ein Forum bieten, wo Informationen und Meinungen zum Thema „Historische Grenzsteine“ veröffentlicht werden können.

Es wäre meines Erachtens fatal, wenn diese (z. T. jahrhundertealten) Kleindenkmale nicht nur aus unserem Bewusstsein, sondern auch ganz real verschwänden. So manchem Zeitgenossen dient bekanntlich solch ein alter Grenzstein als Zierde des eigenen Gartens oder des Partykellers. Oder noch betrüblicher: Er wird einfach zerstört oder „abgeräumt“, weil er z. B. für irgendein Bauvorhaben im Wege steht. Abertausende solcher alter Grenzsteine dürften der Flurbereinigung zum Opfer gefallen sein. Gewiss: Diese Steine passen nicht mehr in eine Zeit, in der trennende Grenzen (erfreulicherweise) mehr und mehr verschwinden - wenngleich auf anderer Ebene - trotz oder gerade wegen der sog. „Globalisierung“ in der Welt weniger sichtbare Grenzen erwachsen. Die alten Grenzsteine sollten uns an (meist unselige) Zeiten erinnern, als wegen oft lächerlicher Gebietsansprüche gleichsam Kriege angezettelt wurden (und leider noch werden).
Gerade hier im Südwesten Deutschlands wechselten die Grenzen zum „Erzfeind“ Frankreich des öfteren, und dann meist blutig. Nachfahrenden Generationen, die allenfalls noch die Sprachgrenzen beim Wechsel vom einen ins andere Land spüren, sollten diese steinernen Zeitzeugen als stumme Mahnmale erhalten bleiben und natürlich auch ihre einstige Bedeutung vermittelt werden.
Heute wachsen unsere Kinder, zumindest in Mitteleuropa, ganz natürlich mit dem problemlosen Wechsel von einem ins andere Land auf. Und auch wir Erwachsenen haben uns längst daran gewöhnt; Zollschranken und Grenzkontrollen sind höchstens noch in der Erinnerung festgehalten.
Diese Website will und kann nicht die einschlägige Fachliteratur ersetzen (s. Auswahlbibliografie). Eine Info-Galerie soll zum einen imposante und/oder historisch bedeutsame Steine präsentieren, zum anderen ein Forum für kleine Beiträge zur Kulturgeschichte von Grenzen und Grenzsteinen und zur ihrer Typologie bieten.Wer sich weitere Informationen wünscht, der kann auf ein Adressen- und Link-Verzeichnis zurückgreifen.

Ich bin immer dankbar für ergänzende, vor allem bibliografische Hinweise, auch für bildliche Darstellungen u. ä. Mehr, aber auch für kleine Textbeiträge, Illustrationen und Fotos.