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Grenzsteine und Grenzzeichen in und um Trochtelfingen

Ein Wanderwochenende auf der Schwäbischen Alb führte mich auch in eine malerische Kleinstadt, und zwar nach Trochtelfingen. Neben den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jahrhunderts sowie dem „Alten Schloss“ imponieren die verbliebenen Reste der ehemaligen Stadtmauer: besonders eindrucksvoll der schon äußerlich ungewöhnliche Hohe Turm mit seinen markanten, durch Kugelbossen verstärkte Schießscharten. Vor dem Geschützturm ist ein kleines Lapidarium mit einigen translozierten Grenzsteinen angelegt.
Zwei Grenzsteine sollen aus dem 15. Jahrhundert stammen: Sie zeigen auf einer Seite das Wappen der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg (keine stilisierte Burg, wie man anfangs meinen könnte, sondern ein dreiteilige Kirchenfahne), auf der anderen Seite das ursprüngliche Stadtwappen Trochtelfingens, ein lateinisches schwarzes Kreuz mit nach rechts geschweifter Fußspitze.
Die Jahreszahlen (1631 und 1663) wurden offenbar später, nach einer Renovatur, eingemeißelt, als die Werdenberger Herrschaft im Fürstenberger Grafen- bzw. Fürstenhaus aufgegangen war.

Grenzstein Trochtelfingen A          Grenzstein Trochtelfingen B
Als 1623 die Hohenzollern in den Reichsfürstenstand erhoben wurden, wuchs ihr regionaler Einfluss, von Sigmaringen ausgehend, stetig. Dazu trug auch Napoleon bei. Nach dem Wiener Kongress baute das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen seine Vormachtstellung weiter aus, bis zur Märzrevolution 1848. Nach der Abdankung der Fürsten von Sigmaringen und Hechingen fielen deren Besitzungen 1850 als „Hohenzollernsche Lande“ an das Königreich Preußen. Nunmehr grenzte die Trochtelfinger Gemarkung an das Königreich Württemberg (KW); dies belegen auch noch verbliebene Grenzsteine mit der Jahreszahl 1889, den Initialen LG (= Landesgrenze) und eben KW.

Grenzstein Trochtelfingen C      Grenzstein Trochtelfingen C Rückseite
Die Hohenzollernschen Lande wurden (de jure) bis 1945 als Regierungsbezirk von Preußen aus verwaltet. Etliche der abgeräumten Grenztafeln haben sich noch erhalten (z. B. aufgehängt in einem Verkaufsraum des Albquell-Bräuhauses oder integriert in ein schmiedeeisernes „Kunstwerk“, das an einer Hauswand befestigt ist.

Grenztafel Trochtelfingen

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