Banner

Grenzstein von 1756 bei Altstadt/Niederbexbach abgebrochen

Immer wieder werden aus Unachtsamkeit (oder auch ganz bewusst) „störende“ Grenzsteine beschädigt oder gar abgebrochen. So geschehen Anfang November 2017 im saarländischen Saarpfalz-Kreis, unmittelbar an der Grenze Altstadt / Niederbexbach (Gemeinde Kirkel / Stadt Bexbach). Verursacher war wohl ein Landwirt, der bei Rodungsarbeiten den Grenzstein mit seinem Traktor „erwischt“ hatte.

Grenzweg Altstadt

Standort des abgebrochenen Grenzsteines, von wo die Grenzlinie in eine "nasse Grenze" (Blies) übergeht

Martin Baus, Bürger aus Altstadt und Kenner der Regionalgeschichte:
„Er ist unmittelbar über der Bodenkante ziemlich glatt auseinander gerissen worden – will heißen: Der bislang oberirdische, vielleicht 90 Zentimeter messende Teil liegt jetzt in der Horizontalen und unter den gerodeten Sträuchern (schwer zugänglich), während der bis dato unterirdische Teil etwa zehn Zentimeter unter der Bodenkante in der Erde steckt.

Abgebrochener Grenzstein

Oberteil des abgebrochenen Grenzsteins

Der Grenzstein stammt aus dem Jahre 1756 und ist eines der letzten sichtbaren Zeugnisse des Gebietsaustauschs zwischen Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken, bei dem das Oberamt Homburg samt Altstadt zum Herzogtum Zweibrücken kam. Der Stein ist mit der Jahreszahl, den Hoheitszeichen auf der jeweiligen Seite sowie der Nummerierung (54) versehen.“

Das Landesdenkmalamt wurde inzwischen in Kenntnis gesetzt. Vielleicht lässt sich der obere Teil wieder auf seinen Fuß setzen. Bleibt die Frage, wer hierfür die Kosten zu tragen hat bzw. diese übernimmt.

Näheres zu Grenzsteinen der genannten Herrschaften (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und Fürstentum Nassau-Saarbrücken) auch in der Info-Galerie/Saarregion.

Fotos: Martin Baus

Zurück